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Die Klarinette

Aufbau
Der Korpus besteht aus Grenadilholz, Buchsbaum oder Ebenholz, wobei die Innenbohrung einen Durchmesser von 13mm und 66 cm Länge beträgt. Die Klappenmechanik ist aus Neusilber, Messing, Silber oder Gold. Die Klarinette besteht aus fünf Teilen: dem Mundstück, der Birne, dem oberen und dem unteren Mittelstück und dem Becher. Das Mundstück ist aus Kautschuk. Das darauf zu befestigende Rohrblatt ist 12,5 cm groß und wird mit einer Schraube/Spange aus Metall, Leder oder Bändern befestigt.

Tonerzeugung
Es lassen sich Töne in einem Tonumfang vom kleinen e bis zum c4 spielen.
Der Luftstrom im Instrument wird dadurch erzeugt, dass der Spieler oben auf das Mundstück beißt, unten die Lippe über die Zähne spannt. Daraufhin umschließt er mit den Lippen das Mundstück und durch den Luftstrom des Hineinblasens wird der Ton erzeugt. Das Rohrblatt beginnt, hin- und her zu schwingen. Die Frequenz der Schwingung hängt ab von der Blasstärke, dem Unterlippendruck, sowie von der geschlossenen Luftsäule im Korpus, die durch Öffnen und Schließen der Tonlöcher zu bestimmen ist.

Geschichte der Klarinette
Schon in der Antike gab es Instrumente mit einfachem Rohrblatt und zylindrischer Röhre. Die Klarinette entwickelte sich aus dem Chalumeau, das seit dem Mittelalter bekannt ist. Das Chalumeau besteht nur aus Holz und hat keine Klappen. Da auch die Überblasklappe fehlt, ist der Tonumfang auf nur eine große None beschränkt. Wie bei der Blockflöte hat es acht Grifflöcher, auch ergänzt durch ein bis zwei Klappen für einen größeren Tonumfang. Chromatische Abfolgen werden mit Gabelgriffen gespielt. Ab 1700 wurde das Chalumeau von einigen Instrumentenbauern, unter anderen auch J. Chr. Denner weiterentwickelt. Er fügte eine Überblasklappe hinzu, die dem Instrument in der Mittel- und Oberlage einen lauten, klaren Klang gab. Ab 1812 kamen viele weitere Klappen dazu, was vorher vermieden wurde, da man keine gute Deckungsmethode hatte. Diese bestand nun aus Lederpolstern und die Klarinette konnte in fast jeder Tonlage problemlos gespielt werden.
Heutzutage gibt es zwei Arten von Klarinetten – das Böhm- und das Deutsche System. Sie unterscheiden sich in der Griffweise und auch ein wenig im Ansatz. Die Böhm-Klarinette klingt ein wenig dunkler. In Deutschland lernt man Klarinette fast ausschließlich auf dem Deutschen System, das in Berufsorchestern hierzulande ausschließlich gespielt wird. In anderen Ländern wird die Böhm-Klarinette in Orchestern gespielt und natürlich auch unterrichtet. Zur Familie der Klarinette gehören auch die Es-Klarinette, C-Klarinette, B-Klarinette, Bassettklarinette, Bassetthorn und Bassklarinette.

Musikrichtungen
In der Barockzeit wurde das Chalumeau zwar eingesetzt, aber eher um einen trompetenähnlichen Klang zu erzeugen. Von der Klassik bis heute ist die Klarinette in allen Musikrichtungen vertreten. Als Soloinstrument mit Orchesterbegleitung seit der klassischen Epoche von Komponisten wie C. Stamitz oder W.A. Mozart. Als berühmte Interpreten lassen sich hier zum Beispiel Karl Leister, Sabine Meyer und Sharon Kam nennen. In der Kammermusik gibt es einige Sonaten, Trios oder auch Quintette, unter anderem bei Schumann und Brahms. Der Vorzug der Klarinette gegenüber anderen Holzblasinstrumenten ist, dass sie auch die tiefe Lage abdecken kann, was mit Oboe und Querflöte nicht möglich ist. Im Orchester gehört die Klarinette zur festen Besetzung. Mozart begann, sie im österreichischen Orchester einzuführen. Sie spielt eine wichtige Rolle in etlichen seiner Opern wie auch in langsamen Sätzen Beethovens Sinfonien. Im Blasorchester und in Militärkapellen wird die Klarinette für schnelle Solopassagen genutzt. Auch im frühen Jazz war die Klarinette ein zentrales Instrument. Die höchste Popularität erreichte sie im Dixieland und im New Orleans Jazz mit Klarinettisten wie Artie Shaw oder Benny Goodman.
Die Klarinette ist in der letzten Zeit besonders durch die Klezmermusik wieder sehr populär geworden.

Unterricht
Mit dem Klarinettenunterricht kann in der Regel im Alter zwischen acht und zehn Jahren begonnen werden. Die Milchzähne müssen durch die bleibenden ersetzt worden sein und die Hände groß genug, dass die Grifflöcher abgedeckt werden können. Es erleichtert den Anfang auf der Klarinette, wenn man vorher schon ein anderes Blasinstrument, insbesondere Blockflöte, gelernt hat, da die Griffweise auf der der Klarinette ähnlich ist. In der unteren Lage ist das Griffsystem wie bei der Alt-, in der oberen Lage wie bei der Sopranflöte spielbar.
Die Anfangskosten belaufen sich ungefähr auf folgende: